Speedtreffen Bad Wünnenberg 2015

© Dr. Ralph Okon 12.06.2015

 

Nachdem ein paar von uns die Saison 2015 mit einem "esst" bereits im März eröffnet hatten, wurde Anfang Juni die Speedsaison 2015 in Bad Wünnenberg so richtig mit Messanlage gestartet.

Neben einer ganzen Reihe von E-Modellen waren Dag, Harry und Gerd mit "echten" Verbrennerspeedern sowie Christof und Fabian mit 2 weiteren Modellen mit V-Antrieb am Start.
Das war imo ein echter Lichtblick, nachdem man in der letzten Saison schon annehmen konnte, die Verbrennerfraktion hätte sich geschlossen zur Ruhe gesetzt!
Auch die 330km/h des ersten echten V-"Flüsterspeeders" können sich sehen lassen! Sie zeigen, dass dieser Lösungsansatz durchaus Potenzial für hohe Geschwindigkeiten bietet und auch den Spaß am V-speeden nicht zu kurz kommen lässt.
Schade, dass Harry damit bisher allein auf weiter Flur steht - offenbar trauern einige V-speeder noch zu sehr dem alten "Das muss richtig ballern!!!!"-Ansatz nach, statt ihr Hobby zeitgemäß weiter zu entwickeln.

Die in der E-Klasse erflogenen Ergebnisse entsprachen den hohen Erwartungen, zumal die schnellsten Modelle noch nicht voll beladen waren, um die Legalität der Veranstaltung nicht zu gefährden.
Die 400km/h-Wertungen sind bei den E-Speeder inzwischen zur Regel geworden und es geht mehr und mehr darum, die setups auf leise und effizient zu trimmen, um die dauerhafte Fliegbarkeit der Modelle auf jedem normalen Vereinsplatz sicherzustellen.
So war die überwiegende Anzahl der E-Modelle nicht mehr mit den "Schrei-Kreisch" Antrieben unterwegs.
Vor allem Ollis "F5D-Demon"-Klon und meine Crocoblade konnten zeigen, dass mit relativ wenig Leistung und dazu sehr leise schnell geflogen werden kann.
Auch wenn es die Crocoblade am Ende bei ca. 430km/h (Rückenwindstrecke) in der Luft zerlegt hat - dass sie ihre 400+ (404)km/h- Wertung mit nur maximal 9650rpm am Propeller und weniger als 1400W /kg erreicht, konnte sie zuvor in der Messstrecke unter Beweis stellen.

Insgesamt wurde wieder reichlich geopfert - nur wenige konnten ungeschoren wieder mit ihren Modellen heimfahren.

Das Wetter zeigte sich zeitweise durchwachsen und des nachts arschkalt. Um so wärmer erschien die bekannt lockere und freundliche Athmosphäre beim FMC Albatross. Allen Anwesenden hat es auch dieses Jahr wieder sehr viel Spaß gemacht, wie die folgenden Bilder hoffentlich zeigen!

Man kann und darf hoffen, dass der Vorstand dieses sehr gastfreundlichen Vereins auch im nächsten Jahr wieder für so ein Speedtreffen zu gewinnen ist... ;-)

Als ob er geahnt hätte was kommt, hat der Olli schnell noch ein Bild von seinen "Demon"-Speeder gemacht. Dann Start und dann gab's erst grauen und dann weissen Qualm im Flug und dann gings steil abwärts in den Acker.

Ein potenzielles "supereco" Weltrekordmodell.
Der Solarspeeder von Holle mit einer ganz speziellen Regelelektronik vom Julian Wingert.
Wenn in Ballenstedt die Sonne ordentlich scheint, stehen die Chancen wirklich sehr gut!

Der schnellste gemessene Flug des Treffens gelang Steffen Loos mit diesem (allerdings überschweren) Serien "HJK -Monster". Auch wenn der 1. Platz in erster Linie der Abrüstung der Extremspeeder geschuldet war, zeigt dieses Ergebnis, wie rasant die Entwicklung im E-Bereich vorangeschritten ist.
Alles an dem Flieger ist auf ganz normalem Wege von "richtigen" Herstellern gekauft.
Fürs selbermachen gilt somit beim Elektrospeeden inzwischen:
"Wer will, kann alles selber machen, wer nicht will, kauft halt was fertiges".
Jeder eingeweihte weis, dass das nicht schon immer so ist.
Aber offenbar ist es den Elektrospeedpiloten in der vergleichsweise kurzen Zeit ihrer Existenz sehr viel besser gelungen als den V-Kollegen, einige Hersteller davon zu überzeugen, dass es einen ernst zu nehmenden Markt für konkurrenzfähiges Material "von der Stange" gibt. Dazu gehören die für jedermann erhältlichen Speedmotoren von Rolf Strecker, die "Limited-Edition"-Motoren von Scorpion Powersystems und die (Holle-)"Competition"-Wicklungen von Kontronik ebenso, wie speziell angepasste Steller von YGE (Heino Jung) und eben das Monster von HJK und hochsteigende Speedklapplatten von RF.
Auch FD-Modellbau wird demnächst einige bewährte CFK-Speedklapplatten offiziell im Onlineshop listen.
Leistungsfähige LiPo-Akkus sind inzwischen mindestens ebenso gut verfügbar (z.B. bei SLS, Gens-ace oder Mylipo) wie Verbrennersprit.

Und was wohl unstrittig sein sollte:
Die Flugaufgabe in der Messtrecke muss jeder Pilot selber bewältigen, egal, ob mit einem V- oder einem E-Modell.
Elektrisch angetrieben hat man inzwischen ca.20% weniger Zeit, Fehler zu machen. ;)

Harry mit seinem revolutionären "Flüster"-V-Speeder.
Mit einer 11x14er Latte an einem 0S 91 (15ccm) Motor war er nicht mehr lauter, als ein E-speeder.
Interessant fand ich auch die V-Club-Pylons. Bei denen muss man beinahe schon über eine Flugzeitbegrenzung nachdenken. :grins:

Wie sagte Kasumi immer so schön:
"So ein paar Kabel zusammentüdeln, dass kann doch jeder!" ...
Es mag dem Uneingeweihten wohl wirklich so erscheinen, aber jeder, der sich in den Grenzbereichen der E-setups bewegt, weis selber, dass es eben doch nicht blos "plug and play" ist!

Besonders interessant war Fabians 2/3 V-speeder mit einem Car Motor der bei dem bei jedem Gasstoß die Spritsäule abriss...
Zitat Sascha: "mähh .. ... mäh .. ... mäh.. ... mäh.. ..."
Am Ende ist das Teil aber doch geflogen.

Der Sascha hatte eine Robbe-(Speed)-Charter mit superstabiler MH 54 Fläche und ordentlich Leistung mitgebracht.
Obwohl sie nur über Höhe und Seite gesteuert wurde (wie das Original) war sie mit ca. 250km/h sehr schnell unterwegs.
Ein Hingucker war das Teil auf jeden Fall.

Michi mit der Fläche meiner zerlegten "Crocoblade".
Die Prototypentragfläche war mit nur 2 Stützrippen trotz 160er Kohlegewebe nicht beulsteif genug und entwickelte jenseits der 400km/h stets ein gewisses Eigenleben.
Die letzte Kurskorrektur war dann zu viel und sie platzte.
Einfach so abtreten wollte die "Crocoblade" aber auch nicht - das Netzwerkkabel zur Kamera der Messeinrichtung musste dran glauben. Glücklicherweise konnte es kurzfristig geflickt werden.
das herausgeschnittene Stück hängt jetzt an meiner "wall of fame".
Ein abgebrochenes Blatt des auf 13" x33,8" aufgedrehten 3-Blatt Klapppropeller fand -wie auch immer - einen Weg,sich im Höhenleitwerk festzukrallen.
Der Motor wurde vom Suchkommando ca. 70m von der Aufschlagstelle entfernt gefunden, ein Akkupack fand sich in 150m Entfernung vom Aufschlagort.
Sicher ist es unnötig zu erwähnen, dass ausser den Flächenservos und dem Statorteil des Motors nix mehr wiederzuverwenden war.

Hier noch ein paar Ergebnisse.
Der ChristianE war mit seiner Crocoblade mit nur 14 von möglichen 16S ebenfalls sehr schnell unterwegs, aber am Freitag hatten wir wegen der unsicheren Wetteraussichten noch auf den Aufbau der Messanlage verzichtet.
Die Ergebnisse von Holle und Julian wurden mit den Solarspeedern erflogen und Max war mit dem Cobaltmotorshorty unterwegs.

 

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