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Die Hypercrocoblade (2018 / 2019)

© Dr. Ralph Okon 13.07.2019

Übersicht

 

Bei der PCSC 2017 hat Alex Grimm erstmals seinen neuen "Hyperspeed" gezeigt und auch geflogen.
Das Modell ähnelte zwar der "Crocoblade", hatte aber einige Weiterentwicklungen.
Vor allem war es noch etwas größer, was meiner Präferenz für stabile und gut sichtbare Modelle entgegen kam. Für mich am interessantesten war, dass die Tragfläche ein noch dünneres Profil hat.

Hier die "Hyperspeed" im Landeanflug.
Beim Speedtreffen Bad Wünnenberg 2018 hatte Alex dann schon seine etwas weiter optimierte aber leider wieder etwas kleinere "Evo" am Start und wollte deshalb seine beiden "Hyperspeed"s abgeben.
Bei derjenigen in der hyperstabilen Bauausführung musste ich einfach zugreifen.....
Das 2. (deutlich leichtere) Modellhat sich Christian Erdt gesichert.
Bei der PCSC 2019 zeigte sich dann, dass die schwerere Ausführung wohl die bessere Wahl gewesen war......
Für einen schnellen und komfortablen Akkuwechsel hatte Alex der "Hyperspeed" eine Abziehschnauze verpasst.
Die Fläche sitzt aerodynamisch günstig auf einem kleinen Pylon und wird von 2 Schrauben gehalten.
Leider passten meine 10S 5100mAh "speed" Akkus in kabellängenfreundlicher 6S+4S Konfiguration nicht auf die Akkulade.
Auch war die Kühlöffnung etwas groß ausgefallen, was beriets in Ballenstedt Folgen zeigte und für meine persönliche Trainingswiese schlimmeres befürchten lies.
Ausserdem fehlte mir das Vertrauen in die nur 2 Aufnahmepunkte für die Flächenverschraubung, die genau in der Rumpfnaht lagen.
Also habe ich beschlossen, Fläche und HLW sicherheitshalber auf einen älteren, deutlich verstärkten "Crocoblade"-Rumpf zu "transplantieren" .
Die 1240g schwere Fläche selbst ist hyperstabil - sie widersteht locker Landungen auf meiner Wiesen mit reichlich Klettenstauden und Maulwurfshügeln.

Alex hat mir dazu die Flächenbefestigung umgebaut auf die Dreipunktvariante und die Bohrungsabstände der "Crocoblade".

Die Übersichtszeichnung mit den Daten und Maßen der "Hypercrocoblade".
Mit gut 4500g zulässigem Gewicht gemäß FAI-WR-Reglement ist die HCB das drittgrößte Modell im Speedzirkus nach der "Harpyie" und dem "Peregrin".

Die Auslegung der HCB auf 4500g lässt ihren Einsatz mit verstärkter Bauauführung, großem, thermisch stabilem Motor, Höchststromsteller und 10S der 5100er Speedzellen von SLS zu.

Heino Jung (YGE)hat mir 2 Einzelstücke einer höchststromfesten Stellervariante gebaut.
Nachdem mir klar geworden war, dass inzwischen die Leiterbahnen mehr zum Innenwiderstand und damit zur Erwärmung des Stellers beitragen als die FETs, habe ich passende Flachkupferleiter für alle Hauptstrombahnen vorbereitet, die bei YGE aufgelötet wurden.
DAs Ergebnis kann überzeugen: 400A sind für die Steller kein Problem mehr.
Als Motor hatte ich mir eigentlich einen großen 5050 in den Kopf gesetzt, der Dank der freundlichen Unterstützung von "Scorpion-Powersystems" schnell realisiert werden konnte.
Das Innenleben des Motors passt zu Steller und Akkus:
Eine 3+3 YY Wicklung mit jeweils 3 Drähten von je 1,4mm Durchmesser in parallel ergibt einen wirksamen Wicklungsquerschnitt von 9,23mm².
Die Isolation ist mit 0,15mm dicker Kaptonfolie ausgeführt.
Er kann alles verarbeiten, was Steller und Akku ihm anbieten können.
Hier liegen die Komponenten des neuen Antrieb testweise neben dem angepassten Crocoblade-Rumpf.
Steller und Motor sind miteinander verbunden.
Zur Isolation der Verlötungen in Kupferröhrchen verwende ich temperaturfesten Silikonschlauch.
Aufgrund der extremen Leiterquerschnitte braucht man zum Verlöten mindestens einen 250W-Lötkolben, weil das viele Kupfer die Wärme extrem schnell ableitet.
Im Betrieb ist das erwünscht - beim Verlöten eher ein Albtraum.
Die so ausgerüstete "Hypercrocoblade" verhalf mir bei der PCSC 2018 zu meinem bisher schnellsten gemessenen Durchflug durch die Messstrecke mit 474km/h und 446km/h Durchschnitt bei der Deutschen Meisterschaft der Klasse F42 (10S).

Beim privaten "freien Speedfliegen" im gesperrten Luftraum eines Truppenübungsplatzes konnte ich auch selbst bereits mehrfach Geschwindigkeiten von > 500km/h loggen (Messung mit Unilog und Pitotrohr).
Das Modell war auch da stets im Rahmen des FAI-WR-Reglements unterwegs.

Bei den Weltrekordversuchen 2018 konnte Max von Prondzinki mit der "Hypercrocoblade" in der 300m WR-Strecke 482km/h Durchschnitt erreichen.
Das war weltrekord in der FAI Klasse F196.
Bei diesen Flügen war noch ein richtig "zahmes" setup mit einem einem normalen YGE 320HV und einem relativ kleinen 5038er Motor im Einsatz.
Das Leistungsgewicht betrug rund 2000W/kg.

2019 kam wegen der hyperstabilen, aber eben auch sehr schweren Tragfläche wieder ein Speedmotor der 5040er Baugröße mit einer optimierten Luftkühlung zum Einsatz.
Er kann bei FAI-reglementgerechter Auslegung bis zu 2700W/kg Antriebsleistung zur Verfügung stellen.

Der Umbau ist an seinen besonders großen Kühllufteinläufen und am "Aussenbecher" erkennbar.
Letzterer vergrößert die Abstrahlfläche um 88cm² .
Die Kühlöffnungen sind so weit nach innen gezogen, dass die 4-500km/h schnelle Luft direkt durch den Luftspalt gepresst wird.
Innen sind Statorbleche in einem neuen Schnitt und ein optimiertes Magnetsystem verbaut.

Die Wicklung besteht aus 2x1,6er Runddraht in parallel und YY verschaltet.
Das Statorpaket wurde mit Phosphorsäure behandelt, um die letzten Stanzgrate zu entfernen und in isolierendes Eisenphosphat umzuwandeln.
Die Sloteinlagen bestehen aus hochtemperaturfester Kaptonfolie.
Die Sternpunkte stehen im Motor frei im Kühlluftstrom und können so als "Heatpipes" für die Bewicklung wirken.

Bei den im Anschluss an die PCSC 2019 durchgeführten Weltrekordversuchen erreichte Maximilian von Prondzinski mit dem Modell 494,1km/h Durchschnittsgeschwindigkeit in der langen FAI Strecke.
Diese Leistung von wurde von der FAI inzwischen als Weltrekord in der Klasse F196 anerkannt.

Auch ein mit 506km/h gemessener Durchflug kam bei den WR-Versuchen zu Stande, obwohl das dabei eingesetzte Setup (3Durchflüge) und vom Propeller her die Grenze seiner Leistungsfähigkeit noch nicht ausgereizt hat.

Leider waren bei den WR- Versuchen die schnellsten Durchflüge ohne verwertbare Messung geblieben.

Bei der Deutschen Meisterschaft im September 2019 gelang Tim Moldtmann der bisher schnellste Durchflug mit der HCB in der 200m Strecke (FAI konform mit 10S und 75g/cm²) mit 532km/h.
Dummer Weise waren die weit über 50 Ladezyklen alten Akkus zu schlapp für eine wirklich schnelle Gegenstrecke.

Es gibt also nach wie vor einiges an Luft nach oben! Vielleicht bei den nächsten Weltrekordversuchen evtl. im Rahmen der PCSC 2021!

 

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